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11.04.2018

Verfolgte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten: Bundesweite AvS-Tagung in Hamburg

© AvS Bundesvorstand

Vor 85 Jahren hielt am 23. März 1933 der SPD-Vorsitzende Otto Wels seine mutige Rede gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz. „85 Jahre danach wollte der Arbeitskreis der ehemals verfolgten inhaftierten Sozialdemokraten (AvS) mit der Vorstellung von Biografien von Verfolgten an den Widerstand der SPD erinnern. Verfolgt wurden nicht nur die führenden Parteifunktionäre, sondern auch die Vorsitzenden von Ortsvereinen und Distrikten bis hin zu einfachen Mitgliedern. An ihr Schicksal zu erinnern, sind wir den verfolgten Parteimitgliedern und ihren Angehörigen schuldig“, so der stellvertretende AvS-Bundesvorsitzende Dr. Holger Martens.

Am 23. und 24. März war es soweit – die AvS lud zum bundesweiten Treffen ins Hamburger Kurt Schumacher Haus ein. Das Programm beinhaltete an den beiden Tagen rund 20 Vorträge zu Einzelbiografien von Verfolgten, zu Projekten von Geschichtsgruppen und zur Erinnerungsarbeit in Gedenkstätten. Zu den Referenten gehörten historisch Interessierte, Angehörige und Historiker von Wien über Eckernförde bis Düren. Dazu Dr. Holger Martens: „Wir wollten einen Austausch über eine erfolgreiche Erinnerungsarbeit initiieren. Dabei traten zwei Herausforderungen besonders hervor: unmittelbare Zeitzeugen stehen heute kaum noch zur Verfügung und den Tendenzen der Rechtspopulisten, die NS-Diktatur zu verharmlosen, gilt es entgegenzuwirken.“

Unter den vorgestellten Biographien sind besonders Jeanette Wolff, Paul Szillat und Otto Eggerstedt hervorzuheben. Dr. Gisela Notz stellte die SPD-Politikerin Wolff vor, die Ghetto und KZ überlebte und sich nach 1945 einen Namen als Kämpferin für Frauenrechte machte. PD Dr. Siegfried Heimann sprach über Paul Szillat, der zunächst von den Nazis und später in der DDR verfolgt wurde. Der AvS-Vorsitzender Wolfgang Kopitzsch berichtete über den Mord im KZ an Altonas Polizeipräsident Otto Eggerstedt. Der Vortrag von Karl-Werner Schunck beleuchtete die NS-Verfolgung eines dänischen Sozialdemokraten, der bis zur Besetzung Dänemarks den SPD-Widerstand unterstützte. Udo Peplow (Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., München) und Reiner Wagner (AvS-Nürnberg) stellten Projekte zur Erfassung der Daten von verfolgten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vor. Dr. Meik Woyke von der Friedrich Ebert-Stiftung informierte über das geplante Datenbankprojekt zum Thema Verfolgte vor. Aus den Aktivitäten in Österreich berichtete Gerald Netzl, stellvertretender Bundesvorsitzender des „Bundes sozialdemokratischer Freiheitskämpferinnen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist(inn/en“.

Über 60 Teilnehmer waren in das Kurt-Schumacher-Haus nach Hamburg gekommen. „Die Veranstaltung war ein großer Erfolg“, freut sich Dr. Holger Martens, „für 2019 planen wir am 22. und 23. März die 2. AvS-Tagung.“

© AvS Bundesvorstand